out now: Bad Stream – Bad Stream [Antime]

 

Artist:
Bad Stream

 

Title:
Bad Stream

 

Label:
Antime

 

Cat#:
ANTIME020

 

Release Date:
06th April 2018

 

Format:
Vinyl, CD & digital

 

Tracklist:
01.
Transition

02.
Already Dark

03.
Sex Cries

04.
Drown On Mars

05.
Quiet (1986)

06.
Megafauna

07.
#Angst

08.
Polyzero

09.
Black Weed

10.
Nervous Love

11.
Transition II

 

Press Info (German):
Im Französischen spricht man vom L’appel du vide, wenn die Leere ruft und man einen inneren Drang verspürt, von den Klippen zu springen oder aus dem Fenster, gerade weil es keine schlechtere Idee geben kann. Aber was, wenn nicht das Nichts einen anzieht, sondern viel zu viel? Ein Sog, ein Strudel, ein Multiversum aus Informationen – relevant sowie redundant, aus Breaking-News und Fake-News, aus Spätkapitalismus-Memes, dystopischen Tech-Dokus und unvergessenen Musikclips, aus White-House-Livestreams, endlosen Playlisten, sponsored stories und unbeantworteten Nachrichten, aus Selfies nach dem Aufstehen und davor, aus schürfenden Algorithmen und (Selbst-)Gesprächen, die alle immer anfangen mit: Hörst du mich?

Martin Steer (1986) zieht es seit jeher ins Internet, und er hat aus diesem Sog ein Konzeptalbum gemacht, das genauso unmittelbar und genauso schwer zu greifen ist wie die digitale Welt. Bad Stream ist das Projekt eines Gitarristen und seinen Maschinen, die sich zwischen Radiohead, The Notwist und den Nine Inch Nails verlieren, um sich zwischen Ambient, Noise und Drone wiederzufinden. Es ist der Versuch, die eigene Geschichte, die Entfremdung und die Einsamkeit ins virtuelle Chaos loszulassen, ohne dass sie sich dabei auflösen. Er muss scheitern, um zu gewinnen. Bad Stream ist ein Modus Operandi, ein Soundtrack über Resignation, Isolation und Zynismus im neoliberalen Cyberspace und den merkwürdig betäubenden Trost von Körpern, die in Echtzeit zu Nullen und Einsen zerfließen.

„Boredom and panic, this life is manic“

„Selbst wenn ich Gitarre spiele, schaue ich ständig aufs Handy“, sagt Martin Steer, „auch wenn ich gar nicht will. In den 2010er Jahren hat sich so viel verändert in meiner Wahrnehmung wie digitale Technologien und Social Media die Psyche und mein Leben als Musiker beeinflussen. Diese Nervosität will ich mit Bad Stream radikal ausleuchten und die Reizüberflutung als Tool für die Entwicklung einer eigenen, progressiven musikalischen Sprache nutzen.“ Sein halbes Leben lang schon schreibt und arrangiert er hybride Songs, die über die Grenzen zwischen Rock und Elektronik, pre und post Internet fließen und dabei verwirbeln, was ihn geprägt hat. In Bad Stream fließt alles zusammen.

Sieben Jahre Leben in Berlin und nirgends, als Gründungsmitglied von Frittenbude in den Charts und auf Tour über sämtliche Festivalbühnen, immer mit dem Laptop im Gepäck und der Gitarre direkt daneben, in Mexiko und Nepal, vor allem aber in Friedrichshain, Kreuzberg und Neukölln. Bad Stream ist ein Berlinalbum, mit echtem Schlagzeug gespielt von Spúr und Drumcomputer-Beats, mit Shoegaze Gitarren, Acid Baselines, Piano, Smartphone Synths, Geigen und Field Recordings aus dem Darknet.

Sein eigenes Ding hat er schon damals mit Pandoras.Box gemacht, 2011 mit ANTIME sogar ein eigenes Label und DIYNetzwerk für elektronische Musik gegründet und damit über 20 Releases veröffentlicht und dutzende Labelnächte veranstaltet, in denen sich Gegensätze anziehen, Übergänge auflösen und Inspirationen verketten.

Er hat stapelweise Bücher gelesen, Zitate aus dem Internet abgeschrieben, seinen eigenen digitalen Schatten beobachtet und daraus ein Psychogramm gebastelt. „Die fünfjährige Entstehungszeit war ein bisschen wie Archäologie“, sagt er, „in einem aufreibenden Freilegungsprozess, ständig auf der Suche nach Balance. Ein Wechselspiel aus Overload und Innehalten, Langeweile und Panik. Deshalb passt der Name auch – Bad Stream.“ Zusammengehalten wird es vom experimentellen Gitarrensound, dem analogen Tempest Drumsynth und seiner Stimme, die in einer hoffnungslosen Tonalität über Systeme, Technologien, Menschen, Drogen, Zukunft und sich selbst dazwischen nachdenkt: „My sense of future, down on this planet. Is it the real thing – I hate my feeling.“

Bad Stream ist ein Album übers Abtauchen zwischen Bot-Likes und Unfollows, übers Ertrinken in Datenmüll und kaputten Links und darüber, aufzutauchen mit leerem Akku und nicht sicher sagen zu können, welcher Teil ein Traum war und ob wir die Kontrolle nicht schon längst abgegeben haben. „Das Internet hat seine Unschuld verloren“, sagt Martin Steer, bevor er sich kopfüber hineinstürzt. „Ich versuche nicht mehr soviel Zeit damit zu verschwenden.“ Die elf Stücke des Debüt-Albums, dessen Singles Already Dark, Sex Cries, Megafauna und Nervous Love heißen, handeln in den tiefschichtigen, meist metamorphen Arrangements sowie wie in den kunstvollen Musikvideos von der ultimativen Zerrissenheit eines Menschen und seinen Bildschirmen.

Already Dark, die erste Single und das zentrale Stück des Albums ist eine düstere, siebenminütige Post-Industrial Hymne, die alle Schlüsselelemente von Martin Steers Sound vereint. Song und Video behandeln das fragile Selbst in einer sich beschleunigenden Welt aus Face Recognition, Big Data, Artensterben, Mind Hacks und Human Uploads. Eine zeitlose Psycho-Collage zu einer Zeit, in der sich alles zu überhitzen scheint – der digitale Kapitalismus, Polare Eiskappen, hypertransparente Individuen betäubt von Systemen und die totale Entfremdung durch künstliche Intelligenz. Ein dystopischer Soundtrack zu einem posthumanen Übergang hin zu digitaler Versklavung im Capitalocene. Der maschinelle Beat pulsiert, komplexe akustische und synthetische Klangstrukturen verdichten sich, das mächtige – aber verwundbare Konstrukt schwillt an und implodiert in einem (post)-brutalem Noise-Gewitter. In seiner eklektischen und transformativen Gesamtheit orchestriert Already Dark die Haupt-Koordinaten von Bad Streams Vision von zukunftsgerichteten Songwriting und progressiven Sounddesign.

„Skip to an Ending. Are you pretending? Yes you do. Life is not streaming. Can I delete it? Forevermore“

Aber Martin Steer hängt da nicht alleine drin. Er hat Freunde, die seine Empfindungen teilen und auf dem Album spielen und lauter Sprachen sprechen, die für das Artwork 3D Scans von Ihm machen und komplexe Musikvideos und Software für die Live-Visuals programmiert haben, die dafür sorgen, dass niemand dem Bad Stream entkommt und das Projekt sich im ständigen Fluss mit neuen Verbindungen und nie im Stillstand begreift. „Es soll wie das Internet sein, das die Leute hineinzieht und nicht mehr entkommen lässt“, sagt er. Die Kommunikation ist gestört, aber es ist die einzige, die wir haben.

Im Sog fließt alles zusammen: Hörst du mich?

 

Press Info (English):
In French, “l’appel du vide” connotes the siren song beckoning you to throw yourself into the void, down the abyss – simply because there is no worse idea. But what if what’s calling to you so irresistibly is not nothingness but abundance? It is, indeed, the ever-present backdrop to our lives: information both redundant and relevant, breaking news, fake news, late capitalist memes, cat content, dystopian tech documentaries, iconic music clips, the White House live stream, endless playlists, sponsored stories, unanswered emails, selfies taken before getting up and then after, of expanding algorithms and monologues. And all of it only serves to ask one question: are you listening?

Having grown up with and on the internet, Martin Steer (1986) has transformed its pull into a concept album that is just as immediate and intangible as the digital world. Bad Stream is guitars and machines vanishing in the spaces between Radiohead, Notwist and Nine Inch Nails only to reemerge amidst ambient, noise, and drone. It marks Martin’s attempt to release his own history, alienation and loneliness into the chaos of the digital world and to retain their substance in doing so. Needless to say, he will have to fail in order to succeed. Bad Stream, then, is his modus operandi – a soundtrack to the feelings of resignation, isolation, and cynicism within the neoliberal cyberspace and to that strangely numbing comfort of bodies transmuting into zeros and ones in real time.

“I look at my phone even while I’m playing guitar,” says Martin Steer, “and that isn’t even entirely voluntary. The 2010s really changed my perception of how digital technologies and social media affect me as a musician. Through Bad Stream I want to make sense of this particular kind of anxiety, and to use sensory overstimulation as a way to develop an independent and progressive musical language.”

Martin has spent half his life writing hybrid songs; in doing so, he transcends the demarcation lines between rock and electronica, the pre-internet era and our world today, drawing on and transforming his experiences. In Bad Stream, everything coalesces. The past seven years took Martin and his laptop and guitar from Berlin to Mexico and Nepal and, as a founding member of Frittenbude, into the German charts and to various festival stages. And yet, Bad Stream is a true “Berlin album” out of Friedrichshain, Neukölln, and Kreuzberg, one that was recorded in a studio on the outskirts of Munich with real drums by Spur and programmed beats, with shoegaze guitars, piano, smartphone synths, violins and field recordings found on the darknet.

It’s not the first time Martin does “his own thing”: after Pandoras.Box, he founded ANTIME in 2011 as a label and DIY-network for electronic music with more than 20 releases and dozens of label nights to its name. Here as much as anywhere in Martin’s work, opposites attract, transitions blur, and inspiration proliferates.

He has read books upon books, copied citations out from the internet, logged his own digital life and turned it into a psychogram. “The five-year process of creating this album was a little like archeology,” he says. “I spent so long looking for some kind of balance. I was constantly in between going forward too fast or pausing to think, between boredom and panic.” That’s why Bad Stream works as a name. What holds it all together is this experimental guitar sound, the analogue Tempest drum synth and his voice, whose hopeless timbre conveys reflections on technology, systems, the future, drugs, people, and his own place.

Bad Stream is an album about what it means to dive into bot likes and unfollows, to drown in the data garbage and the broken links so ubiquitous in the Capitalocene, and to come back to the surface with your battery running on empty and unable to tell what was a dream and whether we haven’t long relinquished control. “The Internet has lost its innocence,” says Martin, before going back in head first. “These days I try not to waste too much time on it.”

The twelve songs of his debut album – titled Already Dark, Sex Cries, Megafauna and Nervous Love, for example – encompass complex layers and metaphormic arrangements. Just like the artistic music videos accompanying them, they speak of man’s profound alienation amid his omnipresent screens.

The first single is the album’s central piece: Already Dark is distinctly post-industrial in composition, commenting in its seven minutes on our accelerating world of face recognition, big data, species extinction, mind hacks and human uploads. It is a psycho collage about a world, where everything seems to be overheated, simulated and programmed – digital capitalism, polar icecaps, hypertransparent individuals dazed by systems and total alienation by artificial intelligence. Already Dark an anti-utopian hymn for a posthuman transition into digital slavery. The mechanical beat pulsates and marches, acoustic and synthetic sounds melt into each other and shape this powerful but vulnerable construct which swells and swells – just till everything implodes in the peaks of a (post)brutal noise nirvana. In it´s eclectic and transformative artistic language Already Dark orchestrates the key-coordinates of Bad Streams vision of future-facing songwriting and progressive sound design.

Martin Steer isn’t alone in this. He has friends who share his thoughts and sentiments, who feature on the album and who speak many languages, who scanned him for the album’s 3D artwork and who programmed complex music videos and software for his live shows. They make sure that no one escapes this bad stream, keeping the project forever going forward, never at a standstill. “I want it to be like the internet – drawing people in and not letting them out,” says Martin. Communication has been interrupted, but it is still all that we have.

There is a pull, a draw, and it says: are you listening?

 

Full Track Streaming:

 

Videos:
“Already Dark”

“Nervous Love”

“Drown On Mars”

“Sex Cries”

 

Related Release:
Single “Nervous Love”
EP “Already Dark”
EP “Sex Cries”

 

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Websites:
Bad Stream
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Antime

 

© Photo By Paul Aidan Perry

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